Bürokratie gilt vielen als Synonym für Komplexität, Langsamkeit und Reformstau. Bürokratopia zeigt eine andere Perspektive: Bürokratie ist kein Selbstzweck, sondern das Betriebssystem unseres demokratischen Staates – und damit gestaltbar. Julia Borggräfe beschreibt, warum eine leistungsfähige Verwaltung gerade in Zeiten von Digitalisierung, Fachkräftemangel, Klimawandel und gesellschaftlicher Transformation unverzichtbar ist. Sie zeigt, weshalb viele Reformen dennoch nicht die gewünschte Wirkung entfalten: Solange Verwaltung nicht konsequent von den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger aus gedacht wird und politische sowie administrative Handlungslogiken unverbunden nebeneinanderstehen, bleiben Veränderungen oft Stückwerk. Bürokratopia zeigt, wie dieser Knoten gelöst werden kann.
Das Buch verbindet eine fundierte Analyse der Herausforderungen mit einer klaren Zukunftsvision und vor allem mit konkreten Ansätzen für die Praxis. Es zeigt, wie Verwaltung nutzerzentrierter, wirksamer und innovativer werden kann – durch moderne Führung, neue Formen der Zusammenarbeit, konsequente Digitalisierung, eine attraktive Arbeitskultur und einer stärkere Orientierung an Wirkung. Dabei wird deutlich: Technologische Lösungen allein reichen nicht aus. Erst das Zusammenspiel von Menschen, Organisation und Kultur schafft die Voraussetzungen für nachhaltige Veränderung.
Bürokratopia richtet sich an alle, die Verwaltung nicht nur kritisieren, sondern als Fundament einer starken Demokratie verstehen – und erkennen, dass eine wirksame, zukunftsfähige und konsequent an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger ausgerichtete Verwaltung dafür unverzichtbar ist. Denn hinter dem vermeintlich trockenen Thema Bürokratie verbirgt sich eine der spannendsten Zukunftsfragen unserer Zeit: Wie bleibt unser demokratischer Staat handlungsfähig? Eine Frage, die uns alle betrifft. Bürokratopia liefert dafür keine Patentrezepte, sondern einen praxisnahen Kompass mit konkreten Impulsen für alle, die Verwaltung wirksam, bürgerorientiert und zukunftsfähig gestalten wollen.
Alexander Keil & Phanmika Sua-Ngam-Iam
Workshop bei der MöglichMacher-Fachtagung, LMU München
14. Juli 2026, 10:15 bis 11:45 Uhr
Hochschulen sind komplexe soziale Systeme, die im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik (und Verwaltung) sowie Wirtschaft agieren. Sie sind verantwortlich für Lehre und Forschung aber auch für die Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis. Diese Aufgaben unter den gegebenen Rahmenbedingungen zu erfüllen, stellt oft eine Herausforderung dar. Im Workshop wird gemeinsam erarbeitet, wie dennoch Gestaltungsspielräume entstehen können. Zunächst wird dafür geklärt, welche externen und internen Anforderungen Hochschulen begegnen und mit welchen Strukturen sie darauf reagieren. Anschließend wird es darum gehen, anhand der Fälle der Teilnehmenden zu ergründen, wo Gestaltung typischerweise gelingt und wo nicht, sowie welche Hebel es gibt, um dennoch Einfluss darauf zu nehmen. Schließlich wird der Blick auf das Beispiel der Kunsthochschulen geworfen und geprüft, inwieweit die erarbeiteten Einsichten auf sie übertragbar sind – gemeinsam wird erkundet, welche Ausnahmen die Regel bestätigen, sodass gleichzeitig das Verständnis für die Funktionsweise (des Möglichmachens) von Hochschulen im Allgemeinen und von Kunsthochschulen im Spezifischen geschärft wird.
mit Alexander Keil
Wie gelingt Wandel im Kulturbereich – und welche Rolle spielt der gemeinsame Diskurs dabei? Diesen Fragen widmete sich das 1. Kulturgespräch Stadt Luzern, das am Dienstag, 17. März 2026, um 18.15 bis 20 Uhr im stattkino und der Bourbaki Bar stattfand.
Mindestens einmal pro Jahr lädt die Stadt Luzern zu den «Luzerner Kulturgesprächen» ein. Bei diesem Format werden aktuelle Themen, Herausforderungen und Chancen im Kulturbereich diskutiert. Stadtpräsident Beat Züsli, Bildungsdirektor, informiert gemeinsam mit der Dienstabteilung Kultur und Sport über aktuelle Kulturprojekte und kulturpolitische Entwicklungen in der Förderung. Gleichzeitig erhalten Kulturschaffende Raum, ihre Erfahrungen, Perspektiven und Anliegen einzubringen.
Ziel des neuen Formats ist es, den Dialog zu intensivieren, den fachlichen Austausch zu fördern und mit Fachreferaten Impulse für künftige Themenschwerpunkte zu setzen. Im gemeinsamen Gespräch sollen Herausforderungen benannt und gemeinsam Lösungsansätze entwickelt werden, um die Vielfalt des Luzerner Kulturschaffens weiter zu stärken. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund anstehender Grossprojekte im Kulturbereich ist der gemeinsame Dialog eine wichtige Bedingung für deren Gelingen. Gianluca Pardini, Leiter Kultur und Sport, sagt dazu: «Mit den Kulturgesprächen setzt die Stadt Luzern einen Schritt zur Weiterentwicklung des Dialogs, ihrer Kulturförderung und zur Vertiefung des Verständnisses für die Bedürfnisse der Kulturszene und des interessierten Kulturpublikums».